Zuwendung und Abgrenzung

Die Pharisäer gingen sofort hinaus [aus der Synagoge] und berieten mit den Anhängern des Herodes Antipas, wie sie ihn [Jesus] umbringen könnten.
Markus 3,6

Die religiösen Führer greifen zu starken Mitteln: Es ist Machtmissbrauch und Mord, einen unschuldigen Menschen aus Hass umzubringen. Wir hatten im vorigen Blogeintrag festgestellt, dass kein wirkliches Vergehen vorlag.

Bevor wir uns selbstgerecht zurücklehnen: Kennen wir das nicht doch? Wenn das gewünschte Bild über eine unliebsame Person nicht von selbst zustande kommt, hilft man nach. Unsere Mittel sind meist „anständiger“: Übertreibung, Herabwürdigung, Verleumdung… Trotzdem fügen wir anderen damit bewusst Schaden zu.

Wie reagiert Jesus auf den Hass der Pharisäer?

Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück. Eine Menschenmenge aus Galiläa folgte ihm. Auch aus Judäa, Jerusalem und Idumäa, aus dem Ostjordanland und der Gegend von Tyrus und Sidon kamen sie in Scharen zu ihm, weil sie von seinen Taten gehört hatten.
Markus 3,7-8

Jesus zieht sich zurück. Er hat die Freiheit, nicht auf den Hass zu reagieren und sich nicht davon beeinflussen zu lassen. Während die Mächtigen seinen Tod beschließen, arbeitet er mit den anderen Leuten weiter.

Es ist eine grundsätzliche Tatsache: Jesus zieht sich aus unserem Leben zurück, wenn wir uns bewusst gegen ihn entscheiden.

Inzwischen ist Jesus im ganzen Land bekannt. Die Leute laufen in Scharen herbei. Hier am See ist Platz für die Menschenmenge. Aber wie reagiert er auf diese Volksmenge, die ihm nachläuft?

Da befahl er seinen Jüngern, ihm ein Boot bereitzuhalten, damit die Menge ihn nicht so bedrängte, denn er heilte viele. Und alle, die ein Leiden hatten, drängten sich an ihn heran, um ihn zu berühren. Und wenn von bösen Geistern besessene Menschen ihn sahen, warfen sie sich vor ihn nieder und schrien: „Du bist der Sohn Gottes!“ Doch Jesus verbot ihnen streng, ihn bekannt zu machen.
Markus 3,9-12

Es wird gedrängelt und geschubst; es gibt Unruhe und Stress. Wer will schon die Chance seines Lebens verpassen, um gesund zu werden? Vielleicht fangen einige an, eine zaubermittelähnliche Wirkung von der Berührung mit Jesus zu erwarten. Jesus organisiert schnell und zielgerichtet mit klaren, sachlichen Anweisungen an seine Schüler. Er lässt keine Hysterie und keinen Fanatismus zu. Mittels eines Bootes will er die notwendige Ruhe und Ordnung herstellen. Zu diesem Zweck vergrößert er den Abstand zu den Leuten.

Jesus bleibt seinem Auftrag treu: Er zeigt den Menschen, wie Gott ist. Er heilt, er ist an ihnen persönlich interessiert, er schließt keinen aus. Auch Kranke und Behinderte sind willkommen. Sogar verhaltensauffällige Menschen, die offensichtlich von etwas Bösem, Teuflischem beherrscht werden, dürfen zu ihm kommen. Jesus hilft in auswegloser Not und proklamiert damit immer wieder seine göttliche Autorität. Aber er distanziert sich klar von einer „Zusammenarbeit“ mit bösen Mächten, selbst dann, wenn diese die Wahrheit sagen.

Jesus hilft und ist besorgt um die Menschen mit ihren Nöten – auch heute. Jedoch geht es nicht darum, einen Wunderheiler zu verehren und fanatisch zu feiern. Jesus möchte gern anderes erreichen. — Lesen Sie dazu im nächsten Blogeintrag weiter.

Tamara Schüppel

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