Blog

Theorie und Praxis

Die Schüler von Jesus galten als einfache Leute mit praktischen Berufen wie Fischer, Zöllner usw. Aber das bedeutet nicht, dass sie keinerlei Bildung hatten. Unabhängig von Herkunft und Besitz vermittelten die Juden ihren Söhnen in Schulen schon früh Grundlagenwissen wie Lesen und Schreiben sowie geschichtliche und religiöse Zusammenhänge. Die Frage der Schüler von Jesus zeigt uns ihre Grundausbildung, auf die Jesus aufbauen kann.   

… Als sie dann den Berg hinabstiegen, schärfte ihnen Jesus ein, mit niemand über das zu reden, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Diese letzte Bemerkung ließ die Jünger nicht los, und sie überlegten miteinander, was er wohl mit der Auferstehung aus den Toten gemeint habe. Schließlich fragten sie: „Warum behaupten die Gesetzeslehrer, dass Elija zuerst kommen muss?“ „Das stimmt schon, Elija kommt zuerst“, erwiderte Jesus, „und er wird alles vorbereiten. Und doch heißt es in der Schrift, dass der Menschensohn vieles leiden und verachtet sein wird. Aber ich sage euch, Elija ist schon gekommen, und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, so wie es geschrieben steht.“ Die Bibel: Markus-Evangelium Kapitel 9, Verse 9-13

Da hierzulande jene religiöse Grundausbildung der Juden weitgehend fehlt, müssen wir ein wenig recherchieren: Im Alten Testament – also dem Teil der Bibel, der den Juden damals fertig vorlag – werden wiederholt Zukunftsvoraussagen gemacht. Es ist spannend, sich damit intensiver zu beschäftigen. Die Gesetzeslehrer damals wussten, dass der Messias (griechisch Christus) kommen wird. Denn diesen Messias hat Gott seit Beginn der Menschheitsgeschichte angekündigt – in vielen unterschiedlichen Texten im Alten Testament. Er sollte den Willen Gottes verwirklichen und ein Reich der Gerechtigkeit und Freiheit herbeiführen, so verstanden und glaubten es die Gesetzeslehrer.

Kürzlich lasen wir, dass Petrus bereits erkannte, dass Jesus dieser Messias ist. Aber die jahrhundertealten Voraussagen sind präzise und besagen: Zuvor stellt jemand die Grundlagen wieder her, wie der bekannte Prophet Elija vor langer Zeit. – Die Schüler von Jesus verstehen noch nicht ganz, wie das alles in ihre Gegenwart passt. Jesus erklärt es: Dieser Elija ist Johannes der Täufer, so lesen wir es in Matthäus 17,13. Jesus betont erneut, dass der Messias nicht nur der glanzvolle Herrscher sein wird, sondern dass jener Messias Leiden und Verachtung erfahren wird. Jesus bezieht sich dabei auf weitere Texte im Alten Testament, die die Schüler wie auch die Gesetzeslehrer bisher nicht in diesen Zusammenhang hineinbringen und verstehen konnten. Jesus sagt erneut seine eigene Auferstehung von den Toten voraus.    

Manchmal geht es uns wie den Schülern damals. Wir erleben Dinge und können sie nicht richtig zuordnen. Dann kann es zur Fehlinterpretation kommen.

Aber überrascht stellen wir fest, dass es Jesus nicht vorrangig um richtige Theorie geht! Sonst wäre sein Unterricht sicher anders ausgefallen. Hingegen legt Jesus großen Wert auf Vertrauen. Er möchte, dass sich seine Schüler auf ihn verlassen und praktisch im Leben gestalten, was sie begriffen haben. Während sie erste Schritte wagen, lehrt Jesus sie weiter.

Ich möchte praktisch in meinem Leben gestalten, was ich von Jesus lerne. Sind Sie auch dabei?

Tamara Schüppel 

Vielleicht möchten Sie lieber selbstständig in der Bibel lesen? Eine Bibelausgabe in gut verständlichem Deutsch können wir Ihnen dazu anbieten. Oder beschäftigen Sie ganz andere Fragen zum Thema Bibel und Gott? Gern werden wir versuchen, Ihnen zu helfen. Bitte schreiben Sie uns: blog[at]efg-grossraeschen.de