Neu anfangen?

Danach ging Jesus wieder einmal an den See hinaus. Die ganze Menschenmenge kam zu ihm und er belehrte sie. Als er weiterging und an der Zollstelle vorbei kam, sah er Levi, den Sohn von Alphäus, dort sitzen und sagte zu ihm: „Komm, folge mir!“ Der stand auf und folgte ihm.

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 2, Verse 13-14

 

Das klingt, als habe der Zöllner Levi auf die Einladung von Jesus gewartet.

Zöllner waren Leute, die mit der Besatzungsmacht, den Römern, zusammenarbeiteten. Der römische Staat verpachtete Einkünfte aus Steuern und Zöllen an Zollpächter, die für ein bestimmtes Gebiet zuständig waren. Diese Zollpächter ließen die Abgaben durch Unterbeamte, also Zöllner, eintreiben, die meist aus der einheimischen Bevölkerung stammten. Natürlich versuchten Zollpächter und Zöllner sich soviel als möglich zu bereichern. Die festgesetzten Tarife wurden dabei meist überschritten. Der römische Staat duldete dies wegen seiner sicheren Einnahmequelle.

Solch ein stadtbekannter und staatlich legitimierter Gauner war also Levi. Offensichtlich wollte er raus aus diesem System des Betruges. Aber so einfach ist das ja nicht.

Da hat man sich die eine oder andere unberechtigte „Kleinigkeit“ angewöhnt, weil es alle so machen. Oder weil einem kein anderer Ausweg einfiel. Und plötzlich merkt man, dass man die Freiheit verloren hat. Man ist in einem System gelandet, das einen förmlich zwingt, das Böse fortzusetzen.

Jesus spricht Levi ganz direkt an. Jesus, der arme Wanderprediger, lädt Levi, den reichen Zöllner ein, ihm zu folgen. Der erkennt seine Chance und nutzt sie. Für viele mag das lächerlich erscheinen, unsinnig, was Levi macht. Aber der ist scheinbar begeistert über diese unerwartete Chance und läuft sofort los.

Na, jetzt können wir mal gespannt sein: Levi, der stadtbekannte Sünder, und Jesus, der klar und deutlich sagt, was nicht in Ordnung ist. Die beiden gemeinsam?!  

Später war Jesus in seinem Haus zu Gast. Mit ihm und seinen Jüngern waren auch viele Zolleinnehmer eingeladen und andere, die einen ebenso schlechten Ruf hatten. Viele von ihnen gehörten schon zu denen, die Jesus nachfolgten. (Markus Kapitel 2, Vers 15)

Ein fröhliches Essen in großer Gesellschaft, keine Moralpredigten, sondern liebevolle Gemeinschaft. Viele jener Außenseiter folgen Jesus. Levi krempelt sein ganzes Leben um, denn das ist klar: Bei Jesus ist Schluss mit heimlichen Nebenverdiensten und unlauteren Geschäften. Der sagt laut und deutlich, was andere peinlich verschweigen. Aber Jesus nimmt die Leute vorbehaltlos an: Die wirtschaftlich erfolgreichen Fischer (vgl. Markus 1,16-20), den Zöllner Levi mit dem schlechten Ruf, … Auch religiösen und intelligenten Gesetzeslehrern gibt er eine Chance (vgl. Markus 2,6-12).

Das wünschen wir uns – damals wie heute: vorbehaltlos angenommen sein. Im tiefsten Grund seines Herzens hat diese Sehnsucht jeder, auch wenn wir sie manchmal unter einem coolen und unnahbaren Äußeren verstecken. 

Jesus lädt die Leute ein, ihm zu folgen. Das Problem der Sünde spielt er nicht herunter, sondern er hat es im Griff (vgl. Markus 2 Vers 5-12). Und genau deshalb kann Jesus – und nur er – die ersehnte Änderung für Levi bringen.

Und für Sie – wenn Sie wollen! Suchen Sie Kontakt zu Jesus.

 

Tamara Schüppel

An dieser Stelle finden Sie in einer Woche die Fortsetzung. Wir wollen diesen Jesus kennenlernen, indem wir uns Bibeltexte aus dem Evangelium anschauen. Bis dahin freut sich Markus über einen Kommentar von Ihnen zu diesem Thema und wird bei Bedarf gern antworten.

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