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Im Gespräch mit Jesus bleiben

Kaum haben Jesus und seine drei Schüler Zeit, das Erlebnis der besonderen Gottesoffenbarung zu verarbeiten; schon holt der Alltag sie wieder ein.

Als sie dann zu den anderen Jüngern kamen, fanden sie diese von einer großen Menge umringt und im Streit mit einigen Gesetzeslehrern. Als die Leute Jesus sahen, wurden sie ganz aufgeregt; sie liefen auf ihn zu und begrüßten ihn. „Worüber streitet ihr euch denn?“, fragte er sie. Einer aus der Menge erwiderte: „Rabbi, ich bin mit meinem Sohn hergekommen und wollte ihn zu dir bringen. Er kann nicht sprechen, weil er von einem bösen Geist besessen ist. Und immer, wenn dieser Geist ihn packt, zerrt er ihn zu Boden. Er hat dann Schaum vor dem Mund, knirscht mit den Zähnen und wird ganz starr. Ich habe deine Jünger gebeten, ihn auszutreiben, aber sie konnten es nicht.“ „Was seid ihr nur für ein ungläubiges Geschlecht“, sagte Jesus zu ihnen. „Wie lange muss ich denn noch bei euch sein! Wie lange muss ich euch bloß noch ertragen! Bringt den Jungen zu mir!“

Als Jesus später im Haus allein war, fragten ihn die Jünger: Warum konnten wir den Geist nicht austreiben?“ „Solche Geister können nur durch Gebet ausgetrieben werden“, erwiderte Jesus. Die Bibel: Markus-Evangelium Kapitel 9, Verse 14-19 und 28-29

Wir beschäftigen uns zuerst mit der Rahmenhandlung der Begebenheit: In tiefer Not bringt der Vater seinen Sohn und bekommt zunächst statt Hilfe eine Menge Ärger: Die Schüler versagen bei ihrer versuchten Hilfeleistung, die Gesetzeslehrer brechen einen Streit vom Zaun und Jesus schimpft wegen des Unglaubens.

Dass die Gesetzeslehrer Jesus und auch seine Schüler argwöhnisch beobachten, kennen wir schon aus anderen Begebenheiten. Mich überrascht, dass Jesus schimpft. Der Grund: Unglaube. Was meint Jesus damit? Wieso ist Gebet notwendig?

Jesus lebte seinen Schülern vor, was Glaube an Gott und Vertrauen bedeutet. Die Schüler hatten täglich Anschauungsunterricht in diesem Fachbereich. Jetzt, als Jesus nicht sichtbar danebensteht, kommt der Praxistest: Ausdruck des Vertrauens zu Gott wäre Gebet gewesen. Denn Beten ist Reden mit Gott und Warten auf seine Antwort.

Haben Sie schon mal auf diese Weise gebetet? Wenn Sie aufrichtig mit Gott reden, werden Sie Gott und seine Antwort erleben! Allerdings ist Gott kein Automat, auf den man einredet, wenn man in Not gerät, sich beschenken lässt und Gott danach wieder vergisst.

Gott ist liebevoll, freundlich und zugleich auch souverän. Wenn wir ihn aufrichtig bitten, tut er etwas wirklich Gutes. Gott ist umfassend besorgt um unser Wohlergehen. Dies bedeutet viel mehr als Augenblicksglück.

Und wie geht Jesus mit dem Versagen seiner Schüler um? Er deckt den Fehler auf: Unglaube. Mit seinem öffentlich sichtbaren Unmut distanziert er sich von der Fehlhaltung seiner Schüler, die ebenfalls öffentlich sichtbar war. Jesus vertuscht nichts. Als die Schüler jedoch das Gespräch mit ihm suchen, wendet er sich nicht von den Versagern ab, sondern erklärt geduldig, was sie nicht verstanden.

Ich möchte Jesus vertrauen, der auch nach Versagen mit mir weitergeht.

Tamara Schüppel

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