Herzliche Fürsorge und heilsame Stille

Mit vollem Einsatz waren sie unterwegs. Von Jesus direkt berufen, von ihm geschult und beauftragt, traten sie in seinem Namen erstmals als bevollmächtigte Boten auf. Dabei taten sie die gleichen Wunder wie Jesus. Solche Menschen werden in der Bibel als Apostel bezeichnet.  

Die Apostel versammelten sich dann wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie in seinem Auftrag gelehrt und getan hatten. Da sagte er zu ihnen: „Kommt mit an einen einsamen Platz, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.“ Denn es war ein ständiges Kommen und Gehen, so dass sie nicht einmal Zeit zum Essen fanden. Sie fuhren also mit dem Boot an eine einsame Stelle, um dort allein zu sein. Doch viele sahen sie wegfahren und hatten ihre Absicht bemerkt. So kam es, dass die Menschen aus allen Orten am See angelaufen kamen und auf dem Landweg noch vor ihnen dort waren.

Als Jesus aus dem Boot stieg und die vielen Menschen sah, ergriff ihn tiefes Mitgefühl, denn sie waren wie Schafe ohne Hirten. Da nahm er sich viel Zeit, um sie zu belehren …

Gleich darauf nötigte Jesus seine Jünger, unverzüglich ins Boot zu steigen und an das gegenüberliegende Ufer Richtung Betsaida vorauszufahren. Er wollte inzwischen die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sich von der Menge verabschiedet hatte, stieg er auf einen Berg, um zu beten. Markus-Evangelium Kapitel 6,30-34 und 45-46

Wer mit vollem Einsatz arbeitet, wird müde. Aber da sind ständig Menschen, die mit ihren Problemen und Nöten die Aufmerksamkeit von Jesus und seinen Schülern erfordern. Jesus agiert mitten im Stress ausgewogen, mit herzlicher Fürsorge für die Menschen.

Stress ist die Volkskrankheit der Gegenwart. Man kommt nicht mehr zur Ruhe. Und mancher verkraftet scheinbar keine Ruhe mehr.

Bei allem Engagement für notleidende Menschen hat Jesus auch die Helfer im Blick: Sie brauchen körperliche Ruhe! Noch dringender brauchen sie jetzt seelische Erholung! Freundlich lädt Jesus zur Auszeit ein.

Aber scheinbar geht es schief: Die Schüler kommen nicht zur Ruhe. Oder doch? Hat ihnen die Überfahrt über den See geholfen? Der Bericht ist realistisch: Die Leute, die mit Jesus unterwegs sind, haben nicht immer viel Ruhe. Jesus setzt jedoch klare Prioritäten. Er selbst zieht sich allein zum Gebet zurück.

Auch heute müssen wir Zeiten des Rückzuges erkämpfen, gezielt danach suchen. Vielleicht sind diese Zeiten nicht lang, aber zutiefst heilsam. Jesus lädt Sie mitten im Alltag in die Stille ein. Er möchte mit Ihnen Ihr Leben gestalten. Reden Sie mit ihm darüber! Hören Sie hin, was er durch sein Wort, die Bibel, zu Ihnen sagt.

Welche Prioritäten setzen Sie? Ist der Blick für das Große, Ganze durch den Alltagsstress verloren gegangen? Weichen Sie bewusst der Stille aus, damit Sie beunruhigende Gedanken verdrängen können? Ertragen Sie keine Stille, weil Sie etwas belastet, das Sie vor Gott und / oder Menschen aufräumen sollten? — Lassen Sie die Stille bei Jesus zu, seine herzliche Fürsorge gilt auch Ihnen!

Tamara Schüppel

Vielleicht möchten Sie lieber selbstständig in der Bibel lesen? Eine Bibelausgabe in gut verständlichem Deutsch können wir Ihnen dazu anbieten. Oder beschäftigen Sie ganz andere Fragen zum Thema Bibel und Gott? Gern werden wir versuchen, Ihnen zu helfen. Bitte schreiben Sie uns: blog[at]efg-grossraeschen.de