Ganz oder gar nicht

Wieder einmal war Jesus am See und lehrte. Diesmal hatten sich so viele Menschen um ihn versammelt, dass er sich in ein Boot setzen musste, um vom See aus zur Menge am Ufer sprechen zu können. Er redete lange und erklärte vieles in Gleichnissen. —

 Als die Zwölf und die anderen Jünger wieder mit Jesus allein waren, fragten sie ihn nach dem Sinn der Gleichnisse. Er sagte: „Euch hat Gott das Geheimnis seines Reiches anvertraut; den Außenstehenden wird alles nur in Gleichnissen gegeben, „Damit sie mit sehenden Augen sehen und doch nichts erkennen, damit sie mit hörenden Ohren hören und doch nichts verstehen, damit sie nicht etwa umkehren und ihnen vergeben wird.“ Markus-Evangelium Kapitel 4, Verse 1-2 und 10-12

Bevor wir uns mit dem eigentlichen Gleichnis beschäftigen, von dem hier die Rede ist, möchte ich mit Ihnen die „Rahmenhandlung“ näher anschauen. Die heute ausgelassenen Verse im Bibeltext sind das Gleichnis, das Jesus im Anschluss seinen Schülern genauer erklärt. Aber dazu später.

Ein Gleichnis ist eine Geschichte aus dem Alltagsleben der Zuhörer damals. Im Gleichnis wird der Sinn eines göttlichen Prinzips mittels einer leicht nachvollziehbaren Beispielgeschichte erläutert.

Wundern Sie sich, dass Jesus den vielen Menschen etwas erklärt, was sie nicht verstehen sollen? Das sagt er doch in den letzten Sätzen unseres heutigen Bibeltextes, oder?

Jesus zitiert hier einen Bibeltext aus dem Alten Testament. Damit sagt Jesus allen seinen Schülern noch einmal deutlich, was sie schon die ganze Zeit erleben: Es geht nicht darum, religiöses Wissen anzuhäufen. Stattdessen wünscht sich Jesus Nachfolger, die mit ihrem ganzen Leben zu ihrem Gottvertrauen stehen. Jesus möchte persönliche Beziehung zu jedem seiner Schüler. Diese und nur diese Leute fördert Jesus, ihnen „vertraut er die Geheimnisse des Reiches Gottes an“. Alle anderen hören seine Botschaft, sie sehen seine Wunder und sind nicht bereit, sich auf Jesus einzulassen; sie wollen in ihrem persönlichen Leben nichts ändern. Sie wollen die guten Angebote von Jesus nebenbei mitnehmen. Jesus sagt, dass sie „Außenstehende“ sind, am Ende bekommen sie nichts. Wer nicht ernsthaft bereit ist, sein Leben für Jesus umzukrempeln, der lebt eine christliche Tradition. Beziehung zu Jesus ist anders. – Die religiösen jüdischen Führer damals hatten viel Wissen angesammelt – mit Jesus kamen sie hingegen meist nicht zurecht. Analog kann man viel Wissen ansammeln als traditioneller Christ. Und man kann dabei das Entscheidende verpassen: eine lebendige Beziehung zu Jesus!

Bitte verpassen Sie nicht das Wertvollste, was christlicher Glaube zu bieten hat: Die lebendige Beziehung zu Jesus!

Tamara Schüppel

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