Eine wichtige Entscheidung

Es ist Sabbat, der wöchentliche Ruhetag der Juden. Strenge Gesetze stellen jede Art Arbeit unter Strafe. Als Jesus in die Synagoge zum Gottesdienst kommt, wird er scheinbar schon erwartet:

Als Jesus ein anderes Mal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann mit einer gelähmten Hand. Seine Gegner passten genau auf, ob er ihn am Sabbat heilen würde, denn sie wollten einen Grund finden, ihn anzuklagen. Jesus sagte zu dem Mann mit der gelähmten Hand: „Steh auf und stell dich in die Mitte!“ Dann fragte er die Anwesenden: „Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses? Soll man ein Leben retten oder es zugrunde gehen lassen?“ Sie schwiegen. Da sah er sie zornig der Reihe nach an und war zugleich traurig über ihre verstockten Herzen. Dann befahl er dem Mann: „Streck die Hand aus!“ Der gehorchte, und seine Hand war geheilt. Die Pharisäer gingen sofort hinaus und berieten mit den Anhängern von Herodes Antipas, wie sie ihn umbringen könnten.
Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 3, Verse 1-6

Einige der Anwesenden sind nicht in der Synagoge, um Gott zu ehren. Stattdessen beobachten sie einen unschuldigen Menschen arglistig. Es geht nicht um Gerechtigkeit. Ihr Ziel ist von vornherein klar: Sie wollen Jesus „rechtskräftig“ verurteilen.
Jesus sieht diese bösen Motive. Trotzdem versucht er es nochmals. Er ist so gütig, er möchte sogar seinen Feinden helfen. Seine Fragen sind Chancen zum Umdenken: „Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses? Soll man ein Leben retten oder es zugrunde gehen lassen?“ Schweigen. Die einen entscheiden sich, ihre Böswilligkeiten heimlich, aber konsequent fortzusetzen. Andere haben scheinbar nicht den Mut, sich offen zu positionieren.
Bin ich mir bewusst, dass Jesus meine Gedanken sieht?
Jesus wird zornig über so viel Heuchelei und Boshaftigkeit, zugleich wird er traurig: Diese scheinfrommen Leute, die führenden Religionsvertreter, sind meilenweit von Gott entfernt.
Die Böswilligkeit seiner Gegner hindert Jesus nicht, dem Mann mit der gelähmten Hand zu helfen. Aber Hass vergiftet die Atmosphäre. Während des bedrückenden Schweigens hat das jener behinderte Mann sicher gespürt. Es ist schwer, im Mittelpunkt zu stehen und ganz allein eine Entscheidung zu treffen. Dieser Behinderte wagt es; er gehorcht der Aufforderung von Jesus – und er wird gesund. Jesus heilt – trotz der haarsträubenden Umstände! Und Jesus verletzt dabei nicht die strengen Sabbatregeln der Pharisäer!
Den hartherzigen und selbstgerechten „Frommen“ ist all das egal, sie haben gesehen, was sie sehen wollten: Der Anklagegrund ist gefunden, sie gehen sofort zur Beratung über. Interessant ist dabei, mit wem sich die Pharisäer hier beraten: Herodes Antipas regierte unter römischer Oberherrschaft über Galiläa im Norden und Peräa im Osten Israels. Seine Anhänger waren romfreundlich und standen normalerweise den Pharisäern feindlich gegenüber. Jetzt eint sie plötzlich ihr gemeinsamer Feind: Jesus.
Man kann nicht neutral bleiben gegenüber Jesus. Sie können sich auf Jesus einlassen. Jesus ist so gütig, so freundlich, er wartet darauf. Aber Jesus zwingt Sie nicht. Die Entscheidung der Leute damals hatte Folgen. Auch Ihre Entscheidung wird Folgen haben. Treffen Sie eine gute Entscheidung – Sie haben die Wahl.

Tamara Schüppel

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