Die Antwort des Geheilten

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Letzte Woche lasen wir den Bericht von der Heilung des dämonisch belasteten Mannes. Heute wollen wir nochmals darüber nachdenken. Dazu ist es hilfreich, die Begebenheit noch einmal zu lesen: Markus-Evangelium Kapitel 5,1-20

Was ist eigentlich ein Besessener? Der Text macht deutlich, dass es sich um eine sehr problematische und auffällige Persönlichkeitsstörung handelt. Niemand wurde mit diesem Mann fertig: Er hatte plötzlich unmenschliche Kräfte, er lebte unzivilisiert in Grabhöhlen und war unbekleidet. Sein Geschrei Tag und Nacht war sicher eine Belastung für die Menschen in der ganzen Region. Er agierte wohl völlig unberechenbar und verletzte sich selbst immer wieder ganz absichtlich. Der Mann war offensichtlich nicht mehr Herr über sich selbst; er war versklavt – nicht durch Menschen, sondern durch böse, satanische Mächte. Ärzte bestätigen durchaus auch heute das Auftreten solcher Störungen, unabhängig wie man diese deutet oder behandelt.

Jesus befreit den Mann durch einen Befehl an die Mächte, die diesen Mann versklavt hielten. Vielleicht zweifeln Sie den Wahrheitsgehalt an. Bitte bedenken Sie: Es ist durch viele Zeugen belegt, dass der Mann außergewöhnlich furchterregend auffiel. Die gleichen Zeitzeugen erkennen diesen Mann wieder und bestätigen, dass hier eine ganz unbegreifliche Veränderung vor sich gegangen ist. Jesus ist offensichtlich mächtiger als jene bisher nicht beherrschbaren Kräfte, die dem Mann und seinem ganzen Umfeld so grauenhaft zu schaffen machten.

Erneut wird deutlich: Nichts und niemand ist so schlimm, dass Jesus nicht helfen könnte. Er zeigt es den Menschen, was es bedeutet, wenn er sagte: „Die Herrschaft Gottes ist nah.“ Markus-Evangelium 1,15  –  Das galt nicht nur den Leuten damals. Jesus möchte sich gern auch um Sie und Ihre Probleme kümmern, egal, womit Sie sich herumplagen! Aber bitte denken Sie daran: Jesus ist kein Wunscherfüllungs-Automat, sondern Jesus bietet Frieden mit Gott an, er möchte, dass Sie in Gemeinschaft mit ihm leben.

Der Geheilte hat das gleich verstanden. Nach seiner völligen Heilung bekommt er nun einen sinnvollen und wichtigen Auftrag. Damit achtet und stärkt Jesus die Persönlichkeit dieses Mannes. Für den Geheilten war selbstverständlich: Dem, der mich befreit hat, dem will ich ab jetzt gehorchen. Meine eigenen Wünsche sind zweitrangig. Ich werde tun, was Jesus möchte!

Dieser Grundsatz ist der gleiche, der das Leben der anderen Schüler von Jesus umkrempelte: Ich werde tun, was Jesus möchte! Es geht um eine Person, es geht um Jesus und darum, wie Sie und ich mit ihm gemeinsam unser Leben gestalten. Das ist gelebter Glaube im Unterschied zur Zugehörigkeit zu einer Religion. –

Jesus hat achtunggebietende Macht: Das verstanden die Leute aus der Gegend der Gerasener; deshalb schickten sie ihn weg. Jesus respektierte ihre freie Entscheidung, er missbraucht seine Macht nicht. Er ging, aber er ließ ihnen eine weitere Chance: Der Geheilte blieb da, sozusagen als Erinnerung an Gottes gutes Angebot.

Jesus hat wirklich achtunggebietende Macht. Auch heute noch zeigt er den Menschen, die ihn suchen, dass sie ihm vertrauen können. – Wenn Sie erkennen, dass Jesus Gerechtigkeit und Liebe in seiner Person vereint, werden Sie Ihr Leben ebenfalls umkrempeln? Werden Sie dann tun, was er möchte? 

 

Tamara Schüppel    

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